Das Leben im Donaustrom - Joint Danube Survey 2 (JDS 2)

Die Gewässerverschmutzung ist in unseren Unterliegerstaaten eines der gravierendsten Probleme auf dem Wassersektor. Deren Regierungen müssen fundierte Entscheidungen über ihre künftigen Schritte zur Reduzierung der Verschmutzung der Donau und zur Verbesserung ihres ökologischen Zustands treffen. Seitens der Internationalen Kommission zum Schutz der Donau (IKSD) wurde daher im Jahr 2007 eine umfassende Untersuchung der Donau und zahlreicher Nebenflüsse durchgeführt, um mittels Darstellung der erhaltenen Ergebnisse im Rahmen des Joint Danube Survey 2 – JDS 2 den betroffenen Staaten zu helfen, ihrer Verpflichtung zur Umsetzung des 1998 unterzeichneten Übereinkommens zum Schutz der Donau sowie der EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) – der wohl strengsten Rechtsvorschrift im Gewässerschutz weltweit – nachzukommen. Die zweite Gemeinsame Donau-Messfahrt (Joint Danube Survey 2 – JDS 2) – JDS 1 fand im Jahre 2001 statt – war im Jahre 2007 die weltweit größte wissenschaftliche Flussexpedition mit dem Ziel der Gewinnung hochgradig vergleichbarer und gesicherter Daten über den qualitativen Gewässerzustand. Alle Donaustaaten von Deutschland bis zur Ukraine – unter ihnen EU-Mitgliedstaaten wie auch Nichtmitgliedstaaten – leisteten ihre volle Unterstützung für die Expedition durch finanzielle Unterstützung und/oder Bereitstellung von Laborkapazitäten bzw. Transportmitteln. Das internationale Vollzeitteam, das die Donau in ihrer gesamten Länge bereiste, bestand aus 29 Wissenschaftern, die aus Deutschland, Österreich, der Tschechischen Republik, der Slowakei, Ungarn, Serbien, Rumänien und Dänemark kamen. Außerdem gaben nationale Forscherteams auf den Flussabschnitten in ihren jeweiligen Ländern Hilfestellung bei den Probenahmen und Analysen an Bord der Schiffe. Schließlich trugen auch die Kommunalbehörden und die Medien rund um die Donau dazu bei, das Bewusstsein der Menschen zu schärfen und ihre Aufmerksamkeit vermehrt auf etwaige Beeinträchtigungen des Flusses und auf die Notwendigkeit der Mitwirkung aller an der Wiederherstellung einer sauberen und gesunden Gewässerumwelt zu lenken. Insgesamt wurden • auf einer Gewässerstrecke von 2.375 Kilometern • in 10 Ländern • 95 Probestellen untersucht und zusätzlich • 12 wasserreiche Nebenflüsse in die Untersuchungen einbezogen Die Untersuchungen an den JDS 2-Probestellen umfassten die Prüfungen von • Wasser, • Sedimenten, • Schwebstoffen, • Biologischen Besiedelungsverhältnissen bei o Mikrobiologie, o niederen und höheren Pflanzen, o wirbellosen Tiere wie auch o Fischen, und von • Biota (Messung der Anreicherung von Schadstoffen) Die Analysen der vorgenannten Kompartimente umfassten die Bestimmung und Quantifizierung von • 8 Nährstoffen • 12 physikalisch-chemischen Parametern • 15 Schwermetallen • 200 organisch-chemischen Schadstoffen • 7 Radio-Isotopen • 6 mikrobiologischen Kenndaten • Artenspektren der Organismen • Hydromorphologischen Gegebenheiten

Herausgeber:
Bundesamt für Wasserwirtschaft, Institut für Gewässerökologie, Fischereibiologie und Seenkunde
Autor:
Wolfgang RODINGER u. a.
Ausgabejahr:
2008
Ausgabeort:
Wien
Kategorie:
Wasser
Seitenanzahl:
217