Topmodernes Institutsgebäude für die Bio-Forschung

Eröffnung Institutsgebäude für die Bio-Forschung
Foto: BKA / Christopher Dunker

Das neue Bio-Institutsgebäude der Höheren Bundeslehr- und Forschungsanstalt Raumberg-Gumpenstein bietet der Bio-Forschung sowie der Lehre im Bereich biologischer Landwirtschaft ein optimales Umfeld. Bei der Eröffnung verwies Bundesministerin Elisabeth Köstinger auf die „Bio-Erfolgsgeschichte in Österreich“. Das Gebäude wurde nach höchsten Nachhaltigkeitsstandards errichtet.

„In der biologischen Landwirtschaft warten große Herausforderungen auf uns. Erstmals hat der Bio-Absatz in Österreich die magische Hürde von zehn Prozent erreicht. Auf der anderen Seite stagnieren die Einkommen auch in der biologischen Landwirtschaft. Wir sind Bio-Europameister und das wollen wir auch bleiben. Daher erarbeiteten wir die ‚Zukunftsstrategie Bio-Landwirtschaft 2030‘“, sagte Ministerin Elisabeth Köstinger beim internationalen Grünland- und Viehwirtschaftstag an der HBLFA Raumberg-Gumpenstein, bei dem auch das neue Bio-Institutsgebäude eröffnet wurde.

Der Neubau in der Gemeinde Stainach-Pürgg ist ein nachhaltiges SMART-Building. Bei der Errichtung des Gebäudes wurde – erstmals im Bundesbereich – vollständig auf Digitalisierung gesetzt. Durch die konsequente Nutzung neuester Technologien und nachhaltiger Rohstoffe werden höchste Nachhaltigkeitsstandards erreicht.

„300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten in unserer größten Dienststelle in Raumberg-Gumpenstein. 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter davon werden das Bio-Institut mit Leben erfüllen. Sie vereinigen Lehre, Forschung und Praxis. Damit leistet jede und jeder einzelne von ihnen ein Beitrag zur Weiterentwicklung der Landwirtschaft. Mit dieser Forschungseinrichtung werden wir die Bio-Landwirtschaft in Österreich in eine sichere Zukunft führen. Wir werden gemeinsam die Bio-Erfolgsgeschichte in Österreich weiterschreiben“, betonte die Ministerin.

Klimaktiv-Gold-Standard

Biologische Landwirtschaft bedeutet wirtschaften in geschlossenen Kreisläufen. Es war daher naheliegend und konsequent, das neue Instituts-Gebäude so zu bauen, dass mehr an Energie gewonnen werden kann, als verbraucht wird. Um die Qualität eines Gebäudes messbar und vergleichbar zu machen, wurde der klimaaktiv Gebäudestandard entwickelt. Er zeichnet Gebäude aus, die besonders hohen Anforderungen entsprechen. Die Nachhaltigkeit des in Niedrigenergiebauweise erbauten Bio-Institutes zeigt sich nicht zuletzt darin, dass 970 von 1000 möglichen Punkten und damit klimaaktiv-Gold-Standard erreicht wurden.

Gebäudeinformation

  • Bauzeit: Juli 2020 – August 2021                 
  • Nutzung: Forschung und Lehre
  • Errichtungskosten: € 3,5 Mio netto  
  • Nettogeschoßfläche: rund 1.000 m²
  • 30 kWp Photovoltaikanlage              
  • Bauherr: Bundesversuchswirtschaften GmbH

Wissensdrehscheibe Bio-Institut

Das Bio-Institut der HBLFA Raumberg-Gumpenstein bearbeitet an drei Bio-Standorten Fragen zur biologischen Grünland- und Viehwirtschaft, zur Tiergesundheit, zum Bio-Ackerbau, zur Biodiversität der Nutztiere sowie zu rechtlichen Belangen in der biologischen Landwirtschaft. Innovationen mit großer Breitenwirkung betreffen beispielsweise die Weidehaltung, den abgestuften Wiesenbau, die Nährstoff-Kreislaufwirtschaft, die Sortenwahl bei Klimaveränderungen, die Bio-Schweinehaltung und Tiergesundheits­forschung, die Sicherung der Biodiversität sowie den Bio-Anbau neuer Ackerbaukulturen. Eine große Stärke des Bio-Instituts ist die Zusammenarbeit mit Partnern aus dem gesamten agrarischen Umfeld – von Forschung über Beratung bis zur Praxis. Auch auf europäischer Ebene wird in vielen Themenfeldern mitgearbeitet.

Forschung und Lehre

Die Verschränkung des Schul- und Forschungsbereichs zeichnet die HBLFA Raumberg-Gumpenstein aus. Zukunftsweisende, innovative und für die Praxis relevante Forschungsprojekte werden vorwiegend in Kooperation mit nationalen und internationalen Organisationen bearbeitet. Besonderer Wert wird daraufgelegt, das gewonnene Wissen rasch und effizient an alle Zielgruppen (Wissenschaft, Politik, Beratung, Lehrerschaft, Firmen und vor allem Landwirte) weiterzugegeben. Das entsprechende Feedback kann damit wieder in neue Forschungsprojekte einfließen.

Der Lehrbereich der HBLFA Raumberg-Gumpenstein ist bestens ausgestattet und verfügt über einen konventionell und einen biologisch bewirtschafteten Lehr- und Forschungsbetrieb mit eigenem Tierbestand, einen Lehrforst, verschiedene Übungsräume und Werkstätten, ein Verarbeitungszentrum für Fleisch, Milch und Obst, ein Chemielabor sowie Biologie- und Mikrobiologielabors und ein Lehrbiotop. Im Modulunterreicht, bei Schulprojekten, im Praxisunterricht sowie bei der Diplom-Maturaarbeit wird eng mit der Forschung kooperiert.

Weitere Informationen unter www.raumberg-gumpenstein.at.