4. Termin der Försterstaatsprüfung 2021

Gebäude der Forstfachschule Traunkirchen
Die Forstliche Ausbildungsstätte Traunkirchen. Foto: BMLRT / Forstfachschule Traunkirchen

Im Projekt „Forstbetrieb Schönwald“ war eine Budgetplanung für das kommende Wirtschaftsjahr zu erstellen.

Der 4. Termin der diesjährigen Staatsprüfung für den Försterdienst fand vom
28. bis 30. September 2021 an der Forstlichen Ausbildungsstätte Traunkirchen statt.

1 Kandidatin und 8 Kandidaten sind zur Prüfung angetreten.

Die Prüfungskommission bestand aus:
Vorsitzender, AL-Stv. MR. Dipl.-Ing. Rudolf LOTTERSTÄTTER (BMLRT - Abteilung III/2 – Forstliche Legistik, Rechtspolitik u. Berufsqualifikation),
FDir. Dipl.-Ing. Christian BERNER (Wirtschaftsführer - Erzbischöfliches Forstamt Kirchberg/Wechsel),
Fö. Ing. Lukas STEPANEK (Revierleiter - Forstrevier Pernitz der Österreichischen Bundesforste-AG.) und
Mag.a Anita HOFER (Leiterin - Referat Umwelt der Bezirkshauptmannschaft Kufstein).

Projektthema
Die Prüfungsaufgabe bestand darin, als Leiter/in des 2.500 Hektar großen Forstbetriebes „Schönwald“ die Grundlagen für die Planung des kommenden Wirtschaftsjahres zu erarbeiten.

Im Detail war/en insbesondere

  • ein waldbauliches und wirtschaftliches Konzept für die Überführung der gefährdeten Fichtenwälder in klimaresistente Waldgesellschaften zu erstellen,
  • alternative Jagdverwertungen vorzuschlagen,
  • Möglichkeiten zur Entwicklung von Geschäftsfeldern außerhalb des Forstbereiches aufzuzeigen,
  • Entscheidungsgrundlagen, ob die 50 Hektar angekaufte Waldfläche zukünftig bewirtschaftet oder als freiwillige Naturschutzmaßnahme außer Nutzung gestellt werden soll, vorzulegen,
  • die erforderlichen rechtlichen Schritte für die Anlage von Daueräsungsflächen zu erörtern und
  • für das kommende Jahr ein Budget für Waldbau, Holzernte, Wildbewirtschaftung, Straßeninstandhaltung und Investitionen quartalsweise zu erstellen.

Die Prüfung erfordert unterschiedlichste Qualifikationen

Die schriftliche Projektarbeit wurde an den beiden ersten Prüfungstagen durchgeführt.
Dazu standen insgesamt 13 Stunden zur Verfügung.

Am dritten Prüfungstag fanden die mündlichen Prüfungen statt.

In den ersten 10 Minuten der mündlichen Prüfungen präsentierten die Prüfungskandidaten/in Ihre Budgetpläne für das kommende Wirtschaftsjahr.

Daran anschließend stellte die Prüfungskommission explizite Fragen zu den in den Konzepten angesprochenen Fachinhalten und prüfte darüber hinaus auszugsweise Inhalte der in der Staatsprüfungsverordnung festgeschriebenen 5 Geschäftsbereiche.

Ergebnis: 78 % der Prüfungskandidaten/in waren erfolgreich!
Eine Försterin und sechs Förster wurden mit „befähigt“ beurteilt.
Zwei Prüfungskandidaten bestanden die Prüfung nicht.

Resümee

Als Resümee der Prüfungsleistungen wird zusammengefasst:

  • Die besichtigten Bestände wurden gut beschrieben.
  • Einzelne konnten die Eindrücke von den besichtigten repräsentativen Waldflächen mit den Prüfungsfragen verschränken.
  • Fast einheitlich wurden die submontanen Fichtenwälder in einen Fichten-Tannen-Buchenwald im Naturverjüngungsbetrieb mit Tannen-Buchen-Unterbau übergeführt. Andere Baumarten wurden nicht eingebracht. Kahlschläge zur rascheren Umwandlung wurden nicht angewandt.
  • Alternative Jagdrevierkonzepte wurden vorgestellt.
  • Auf die rechtlichen Fragen wurde eingegangen.
  • Betriebliche Ressourcen fanden wenig Berücksichtigung.
  • Die Inhalte der Budgetpläne für das kommende Wirtschaftsjahr wurden individuell, nachvollziehbar dargestellt.

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