1. Termin der Försterstaatsprüfung 2021

Gebäude der Forstfachschule Traunkirchen
Die Forstliche Ausbildungsstätte Traunkirchen. Foto: BMLRT / Forstfachschule Traunkirchen

In der schriftlichen Projektarbeit war ein „Betriebskonzept im Zeichen stark steigender Holzpreise“ zu erarbeiten.

Der 1. Termin der diesjährigen Staatsprüfung für den Försterdienst fand vom 22. bis 25. Juni 2021 an der Forstlichen Ausbildungsstätte Traunkirchen statt.

Es sind 10 Kandidaten zur Prüfung angetreten.

Die Prüfungskommission bestand aus:

Vorsitzender, MR. Dipl.-Ing. Ing. Martin NÖBAUER (BMLRT- Sektion für Forstwirtschaft und Nachhaltigkeit),
FDir. OSR. Dipl.-Ing. Andreas JANUSKOVECZ (Wirtschaftsführer - Forstamt und Landwirtschaftsbetrieb der Stadt Wien),
OFö. Ing. Gerhard GRUBER (Wirtschaftsführer - Forstamt der Stadtgemeinde Knittelfeld) und
Mag. Dipl.-Ing. Peter HERBST (Forstsachverständiger und Jurist).

Projektthema

Die Prüfungsaufgabe bestand darin, als Förster eines 1.000 Hektar großen Forstbetriebes ein Betriebskonzept im Zeichen der stark gestiegenen Holzpreise für den neuen Eigentümer zu erstellen.

Dabei war zu berücksichtigen, dass

  • der bisherige „Jagdbetrieb“ in einen nachhaltig bewirtschafteten „Forstbetrieb“ umgestellt werden soll,
  • der neue Eigentümer einen regelmäßigen, monatlichen Ertrag erwartet und
  • die Waldbewirtschaftung durch die coronabedingte, starke Zunahme der Besucherfrequenz beeinträchtigt wird.
     

Konkret waren

  • neue mittelfristige Überlegungen der forstbetrieblichen Führung bzw. Planung anzustellen,
  • das gewünschte Ziel „klimafitter Wald“ zu erreichen,
  • ein Nutzungskonzept für die nächsten 5 Jahre zu erarbeiten,
  • die in den vergangenen Jahren vernachlässigten forstlichen Maßnahmen abzuarbeiten,
  • die Jagd neu auszurichten,
  • die Auswirkungen der steigenden Besucherfrequenz einzudämmen,
  • die vorhandenen Immobilien ökonomisch besser zu nutzen,
  • die ökonomische Verwertung von mindestens 2 weiteren marktfähigen Produkten vorzuschlagen,
  • auf die berührten rechtlichen Aspekte einzugehen und
  • den zukünftigen Betriebserfolg abzuschätzen.
     

Die Prüfung erfordert unterschiedlichste Qualifikationen

Die schriftliche Projektarbeit wurde an den beiden ersten Prüfungstagen durchgeführt.
Dazu standen insgesamt 13 Stunden zur Verfügung.

Am dritten und vierten Prüfungstag fanden die mündlichen Prüfungen statt.

In den ersten 10 Minuten der mündlichen Prüfungen präsentierten die Prüfungskandidaten, das von ihnen ausgearbeitete Betriebskonzept.

Daran anschließend stellte die Prüfungskommission explizite Fragen zu den in den Konzepten angesprochenen Fachinhalten und prüfte darüber hinaus auszugsweise Inhalte der in der Staatsprüfungsverordnung festgeschriebenen 5 Geschäftsbereiche.

Ergebnis: 80 % der Prüfungskandidaten waren erfolgreich!

. Dominik LORENSCHITZ (Bundesforschungszentrum für Wald) erreichte ein "mit Auszeichnung befähigt".
Sieben Förster wurden mit „befähigt“ beurteilt.
Zwei Prüfungskandidaten bestanden die Prüfung nicht.

Resümee

Als Resümee der Prüfungsleistungen wird zusammengefasst:

  • Die besichtigten Bestände wurden gut beschrieben.
  • Aus den zur Verfügung gestellten Informationen und erhobenen Daten konnten die richtigen Ansätze abgeleitet werden.
  • Die Meisten haben ein nachvollziehbares Betriebskonzept für den Forstbetrieb erarbeitet.
  • Die gestellten Einzelfragen wurden ausreichend beantwortet.
  • Die Kalkulationen und Deckungsbeiträge waren überwiegend richtig berechnet.
  • Die rechtlichen Aspekte wurden zufrieden stellend berücksichtigt.
  • Die meisten Präsentationen waren zweckmäßig bis gut.

Weiterführende Informationen

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