2. Termin der Staatsprüfung für den höheren Forstdienst 2021

Gebäudefoto des Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft Wien
Foto: BMLRT / BFW Wien

Im Zentrum der Prüfung stand das Projekt „Interimistische Leitung eines 7.100 ha umfassenden Forstbetriebes in den Niederen Tauern“

Der zweite Termin der diesjährigen Staatsprüfung für den höheren Forstdienst fand vom
19. bis 21. Oktober 2021 am Bundesforschungszentrum für Wald in Wien statt.

Zwei Kandidatinnen und acht Kandidaten sind zur Prüfung angetreten.

Prüfungskommission

Die Prüfungskommission bestand aus folgenden Personen:

  • Vorsitzender, SL-Stv. MR. Dipl.- Ing. Dr. Johannes SCHIMA (Sektion Forstwirtschaft und Nachhaltigkeit im BMLRT),
  • Dr. Christian BRAWENZ (Attaché des BMLRT an der Österreichischen Botschaft in Belgrad).
  • Dir. Dipl.-Ing. Matthias GRÜN (Wirtschaftsführer - Esterhazy Betriebe GmbH Eisenstadt) und
  • MR. Dipl.-Ing. Dr. Florian RUDOLF-MIKLAU (Leiter der Abteilung III/4 Wildbach- und Lawinenverbauung und Schutzwaldpolitik im BMLRT),

Projektthema

Die Prüfungsaufgabe war, aufgrund der kurzfristigen Betrauung mit der interimistischen Leitung,

  • eine Betriebsanalyse (einschließlich betrieblicher Risikoanalyse),
  • ein aktuelles Betriebskonzept (einschließlich eines realistischen Budgetansatzes),
  • ein adaptives waldbauliches Konzept für einen klimafitten Schutzwald und
  • ein Betriebskonzept für die nächsten 10 Jahre (inklusive der Nebennutzungen und Nebenbetriebe)

für einen 7.100 Hektar großen Forstbetrieb in den Niederen Tauern zu erstellen.

Die Prüfung erfordert unterschiedliche Qualifikationen

Die schriftliche Projektarbeit wurde an den beiden ersten Prüfungstagen durchgeführt.
Dafür standen insgesamt 14 Stunden zur Verfügung.

Am dritten Prüfungstag fanden die mündlichen Prüfungen statt.

In den ersten zehn Minuten der mündlichen Prüfungen mussten die Prüfungskandidatinnen und die Prüfungskandidaten ihre Betriebsanalyse sowie Ihr Betriebskonzept für die nächsten zehn Jahre dem Eigentümer des Forstbetriebes präsentieren.

Daran anschließend stellte die Prüfungskommission explizite Fragen zu den in den Konzepten angesprochenen Fachinhalten und prüfte darüber hinaus auszugsweise Inhalte der in der Staatsprüfungsverordnung festgeschriebenen fünf Geschäftsbereiche.

Ergebnis: Weiße Fahne!

Dipl.-Ing. Peter Georg ALBRECHT (Bezirkshauptmannschaft Leoben - Forstfachreferat),
Dipl.-Ing. Markus SALLMANNSHOFER (Benediktinerstift Admont - Forstverwaltungen Admont und Trieben),
erreichten ein "mit Auszeichnung befähigt".

Zwei Forstwirtinnen und sechs Forstwirte wurden mit „befähigt“ beurteilt.

Resümee

Als Resümee der Prüfungsleistungen wird zusammengefasst:

  • Die wichtigen Informationen aus der umfangreichen Themenbeschreibung konnten durchwegs gut von den weniger wichtigen getrennt werden.
  • Die Ergebnisse der Betriebsanalyse wurden nachvollziehbar dargestellt.
  • Vereinzelt waren sehr umfassende Kenntnisse über ein betriebliches Risikomanagement zu erkennen.
  • Alle Projektarbeiten beinhalteten eine strukturierte Gewinn- und Verlustrechnung.
  • Die waldbaulichen Konzepte für die Behandlung der Schutzwaldbestände in Richtung Klimawandel waren plausibel.
  • Hinsichtlich der erforderlich erscheinenden jagdliche Lösungsansätze bestand noch Entwicklungspotenzial.
  • Die Einschätzungen des Personalbedarfs waren unterschiedlich gut ausgeprägt.
  • Innovative Ideen für Problemlösungen blieben eher die Ausnahme.
  • Das Rechtswissen divergierte relativ stark.
  • Insgesamt wurden praktikable Bewirtschaftungskonzepte für die nächsten 10 Jahre entwickelt und gut präsentiert.

Die Staatsprüfung leistet einen wichtigen Beitrag für die Qualitätssicherung der forstlichen Fachausbildung und die sich daraus ergebenden Berufsbefähigungen.

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