1. Termin der Staatsprüfung für den höheren Forstdienst 2021

Gebäude der Forstfachschule Traunkirchen
Die Forstliche Ausbildungsstätte Traunkirchen Foto: BMLRT / Forstfachschule Traunkirchen

Im Zentrum der Prüfung stand das Projekt „Leitung eines Forstbetriebes mit neuen Herausforderungen“.
 

Der 1. Termin der diesjährigen Staatsprüfung für den höheren Forstdienst fand vom 3. - 6. August 2021 an der FAST Traunkirchen statt.

4 Kandidatinnen und 7 Kandidaten sind zur Prüfung angetreten.

Die Prüfungskommission bestand aus:
Vorsitzender, SL-Stv. MR. Dipl.- Ing. Dr. Johannes SCHIMA (Sektion Forstwirtschaft im BMLRT),
FDir. Dipl.-Ing. Dr. Bernhart BINDER (Wirtschaftsführer - Forstdirektion des Benediktinerstiftes St. Paul),
Dipl.-Ing. Peter WINKLER (ehem. Leiter - Bezirksforstinspektion Imst) und
Dr. Franz STAUDINGER (Leiter - Rechtsabteilung der LWK OÖ).

Projektthema
Die Prüfungsaufgabe war, das im Oktober 2020 für das laufende Jahr geplante Bewirtschaftungskonzept für einen 5.700 ha großen Forstbetrieb neu auszurichten.

Dabei waren die außerordentlichen Herausforderungen

  • der raschen Wiederbewaldung der Windwurfflächen aus dem Jahre 2019 und dem Winter 2020/21,
  • der durch die seit Beginn der Corona-Pandemie stark gestiegene Inanspruchnahme der Waldflächen durch Sport- und Freizeitnutzern entstandenen Schwierigkeiten bei der forstlichen Bewirtschaftung und der Jagdausübung sowie
  • der durch die Rohstoffknappheit und die erhöhte Nachfrage im Bausektor nunmehr stark angestiegenen Holzpreise

zu berücksichtigen.

Im neuen Bewirtschaftungskonzept waren insbesondere

  • die waldbauliche Neuausrichtung bei der Verjüngung der Nutzungs- und Schadensflächen zur Umwandlung von Fichten dominierten Beständen in klimafitte Mischbestände vorzusehen,
  • ein Maßnahmen- und Finanzierungskonzept zur entlastenden Regulierung der Erholungsnutzung zu erstellen und
  • das durch den gestiegenen Holzpreis im Jahre 2021 zu erwartende bessere Betriebsergebnis zu kalkulieren.
    Mindestens die Hälfte des eventuell mehr zu erzielenden Betriebsergebnisses sollte für eine effizientere Wirtschaftsführung und zur Verbesserungen forstlicher Maßnahmen verwenden werden.

Die Prüfung erfordert unterschiedlichste Qualifikationen

Die schriftliche Projektarbeit wurde an den beiden ersten Prüfungstagen durchgeführt, wozu insgesamt
14 Stunden zur Verfügung standen.

Am dritten und vierten Prüfungstag fanden die mündlichen Prüfungen statt.

In den ersten 10 Minuten der mündlichen Prüfungen mussten die Prüfungskandidatinnen und die Prüfungskandidaten ihre Bewirtschaftungskonzepte den vier Eigentümern des Forstbetriebes präsentieren.

Daran anschließend stellte die Prüfungskommission explizite Fragen zu den in den Konzepten angesprochenen Fachinhalten und prüfte darüber hinaus auszugsweise Inhalte der in der Staatsprüfungsverordnung festgeschriebenen 5 Geschäftsbereiche.

Ergebnis: Weiße Fahne!

Die 4 Forstwirtinnen und 7 Forstwirte wurden mit „befähigt“ beurteilt.

Resümee

Als Resümee der Prüfungsleistungen wird zusammengefasst:

  • Das Trennen der wichtigen von den unwichtigen Informationen aus der umfangreichen Themenbeschreibung samt den Unterlagen ist durchwegs gelungen.
  • Die wesentlichen Fragestellungen wurden meist richtig herausgearbeitet und beantwortet.
  • Die kritische Analyse des Istzustandes des Betriebes wurde oftmals zufriedenstellend durchgeführt.
  • Die Hiebsatzermittlung und die Berechnung der Deckungsbeiträge ist gut gelungen.
  • Insgesamt wurden praktikable Bewirtschaftungskonzepte entwickelt.
  • Die vorgeschlagenen Maßnahmen konnten mit realistischen Zahlen untermauern werden.
  • Das Erfassen der Zusammenhänge und die Einschätzung der Auswirkungen des eigenen Konzeptes auf den Gesamtbetrieb forderte Mehreren heraus.
  • Einige haben im rechtlichen Bereich gut und stimmig argumentiert.
  • Die Präsentationen waren durchwegs gut aufbereitet.

Weiterführende Informationen

Weiterführende Informationen